Grenzsteine sind seit Jahrhunderten Zeichen, mit denen Eigentümer ihre Rechte an Grund und Boden gegenüber Dritten verdeutlichen. Gleiches geschieht noch heute im Bereich der Gemarkungsgrenzen. Genau wie im privatrechtlichen, so verändern sich auch im kommunalen  Bereich zuweilen Besitzverhältnisse und somit auch Grenzen. Für die Gemeinde Dörrmorsbach haben sich die Gemarkungsgrenzen zu Gailbach bzw. zu Oberbessenbach im Laufe der Jahre wiederholt geändert. Eine ganze Anzahl von Gemarkungssteinen wurden damit ihrer Funktion enthoben. Diese Steine zu sichern und zu erhalten war Anliegen des Heimat- und Geschichtsvereins Haibach-Grünmorsbach- Dörrmorsbach e.V.  Gleichzeitig sollten diese in einem Grenzsteingarten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und erläutert werden. 2003 wurde die Idee umgesetzt. Neben ehemaligen Gemarkungssteinen finden sich auch zwei Steine mit den Zeichen NZ für Noval-Zehnt und PA für das Stift St. Peter und Alexander in Aschaffenburg.
Die ausgestellten Grenzmarken stammen ausschließlich aus der Gemarkung Dörrmorsbach und wurden zwischen den Jahren 1741 und 1794 dort gesetzt. Ehemalige Gemarkungsgrenzsteine und Grenzmarken des Stifts St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg erinnern an die alten Gemarkungsgrenzen.
Auf der Tafel ist die Gemarkung Dörrmorsbach mit ihren Nachbargemeinden dargestellt. Die Flurkarte ist dem Extraktionsplan von 1846 entnommen. Die Veränderungen der Gemarkungsgrenze Dörrmorsbach / Gailbach zwischen 1846 und 2003 sind farblich gekennzeichnet.

Der Novalzehnt, (lat. novus = neu; novalis =Brachfeld; Äcker) auch Neubruch-, Rott- oder Waldmarkzehnt genannt, war ein Kirchenzehnt, der sich bis ist 9. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. In der Folge der Säkularisation wurde über den Novalzehnt häufig gestritten und meist ein Kompromiss in der Form gefunden, dass die Adeligen einen Anteil aus dem Kirchenzehnt erhielten. Um die zehntpflichtigen Flächen deutlich zu kennzeichnen, wurden sie mit Novalzehntsteinen abgemarkt. Der Novalzehnt wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgeschafft.

Der Grenzsteingarten ist eine Außenstation des europäischen Kulturweges.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Sehenswürdigkeiten

Haibach-Döner

Haibach-Döner

Hier stand lange Jahre die Esso-Tankstelle mit Kfz- und Motorradwerkstatt Thomas Roth (Horex und Zündapp Werksvertretung) 1968 zog der Werkzeughandel Johann Metzele in das Haus ein und betrieb die Tankstelle bis 1973 weiter. 2005 übernahm der Malerbetrieb Cirillo...

Gasthaus „Zum Spessartblick“

Gasthaus „Zum Spessartblick“

Von 1952 bis 1965 führte Alfred Stürmer das Gasthaus mit Sonnenterrasse. Das Haus Nr. 9 war auf der Karte von 1845 das erste Haus in Dörrmorsbach. An ihm war auch das Ortsschild angebracht. Nach dem 2. Weltkrieg war hier die Milchsammelstelle (Milchküche). Die Bauern...