Der „Ståhachers (Steinhauers) Karl“, wie er seit jeher genannt wird, ist eines der letzten Zeichen einer alten Handwerkertradition in Haibach. Der Grünmorsbacher Johann Karl baute am Anfang des letzten Jahrhunderts am Kaiselberg und am Findberg Steine ab und verarbeitete sie in seinem Haibacher Betrieb. Zeitweise hatte er mehr als 100 Beschäftigte als Steinbrecher, Steinmetze oder Fuhrleute. Sogar mit dem Schiff wurden die Haibacher Steine von Aschaffenburg aus zu ihren Bestimmungsorten verbracht. Sein Sohn Adalbert führte das Geschäft weiter. Dieser war Pate des heutigen Besitzers Albert Stürmer, einem Steinmetzmeister und Steinbildhauer.
Haibach war schon immer „Stein reich“, die Steinbrüche sind eng mit der Geschichte des Ortes verbunden. Der Beruf des Steinhauers war neben Bauern und Tagelöhnern im 19. Jahrhundert der häufigste Erwerbszweig. Um die Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert hatte die Sandsteingewinnung ihre Blütezeit. Im Jahr 1904 waren 14 Personen in sechs Haibacher Betrieben beschäftigt. Allerdings erwies sich nur die Kuppe des Findbergs als abbauwürdig, in Grünmorsbach war es der Kaiselsberg. Bereits Ende der 1920er Jahre waren diese Steinbrüche schon ausgeschlachtet und wurden wieder aufgegeben.
Der Grünmorsbacher Johann Karl war einer der Steinbruch-Pächter.  Von ihm und seinem Bruder Konrad stammt das zweigeschossige Doppelhaus mit Satteldach, mehrfarbigen Sandsteinquadern, zwei Risaliten (Vorsprüngen) mit Ziergiebel. Aus einem Risalit tritt ein polygonaler (vieleckiger) Erker mit Balkon hervor. 1914 wurden die Häuser gebaut.

Die Häuser stehen unter Denkmalschutz. (D-6-71-124-18 Wohnhaus, zweigeschossiges Doppelhaus mit Satteldach, Sandsteinquader mehrfarbig, polygonaler Erker, Ziergiebel, historistisch)

Auf der gegenüberliegenden Seite der Findbergstraße betrieb Johann Karl ab Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts einen Steinmetzbetrieb. Dieser Betrieb exzitiert noch heute und firmiert unter dem Namen Steinmetzgeschäft Karl, Inhaber Albert Stürmer.

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