Bio-Hotel Frankenhof und Metzgerei Hock

Hotels, Vereinsheime, Gaststätten und Hotels

Für ein Gasthaus „Tannenbaum“ als zweites Gasthaus in Grünmorsbach stellte Anton Drieser am 11. Februar 1804 Antrag auf eine Konzession. Sein Konkurrent vom „Löwen“ beschwerte sich daraufhin, weil Drieser „ein Ausländer sei und mit einem fremden, hergelaufenen Weibsbild“ in Grünmorsbach als Untertan aufgenommen wurde. Drieser kam von Lunde (Lunden in der Nähe von Friedrichstadt/Schleswig-Holstein?). Drieser erhielt trotzdem die Konzession.

1835 betrieben der lutherische Bierwirt Georg Konrad Korbin und seine Frau Catharina die Gastwirtschaft. Deren Sohn Martin beging Selbstmord mit seiner im fünften Monat schwangeren Geliebten, weil ihnen die Heirat vom Armenrat der Gemeinde untersagt wurde.

Im Sterbematrikelbuch von Schweinheim 1835, Seite 42 steht über ihn:
»Martin Korbin, ehel. Sohn des lutherischen Bierwirts Georg Konrad Korbin und der Catharina Schmelz von Aschaffenburg, gegenwärtig Wirths zu Grünmorsbach, 21 Jahre alt, hat am Sonntage, dem 18ten Januar, nachts gegen 10 Uhr zuerst seine 5 Monate lang schwangere Geliebte Maria Anna Schmitt, Bauerstochter von Straßbessenbach, dann mit dem naemlichen Gewehr, welches darüber zersprang, sich selbst neben der selben, am Wege zwischen Grünmorsbch und Oberbessenbach in der Haßelwiese am Raine erschoßen.«

1864/65 übernahm Peter Wenzel und dessen Ehefrau Martha den „Grünen Baum“. 1873 wird Peter Wenzel als hervorragender Pferdezüchter im Regierungsbezirk ausgezeichnet.

1909 kaufte August Arnold das Gasthaus, vor 1914 ist seine Witwe Dorothea die Wirtin, wiederverheiratet mit Jakob Neuberger.
Als Wirt, mindestens seit 1889, ist auch Adam Grünewald mit seiner Frau Luzia genannt. Ob Grünewald anfangs nur Mieter von Familie Arnold war, ist unbekannt. Grünewald gab am 03.11.1917 die Gaststätte als Eigentümer an Karl Friedrich Schmitt, der das Gasthaus zusammen mit seiner Ehefrau Maria bis zum 20.03.1930 betrieb.

Sebald Hock, Metzgermeister aus Haibach, kaufte am 20.03.1930 das Anwesen und errichtete die Gebäude neu. Hock betrieb eine Metzgerei, eine Brennerei und eine Gaststätte. 1941 wurde die baufällige Brennerei abgerissen und neu als Brennerei und Schlachthaus an der Grundstückgrenze errichtet.

Nach seiner Gefangenschaft übernahm Sohn Oswald mit seiner Frau Juliana 1948 das Anwesen, die Metzgerei, die Brennerei und die Gaststätte. In den ersten Jahren nach dem Krieg war hier auch die Dorfkanzlei untergebracht. 1953 und 1963 wurden Fremdenzimmer dazugebaut. Zuvor schon besaß das Haus einen großen Saal mit Bühne zunächst im Erd-, später im Obergeschoss. 1963 wurde die neue Metzgerei gebaut. Tochter Edeltraud übernahm die Gastwirtschaft und die Pension, Sohn Armin die Metzgerei.

Anfang der 1980er Jahre wurde die „Altfränkische Wein~u. Bierstube“ nach einem umfänglichen Komlplettumbau zum modernen „Hotel~Restaurant FRANKENHOF“ erweitert. 2019 richtet Sohn Patrick Wenzel ein Bio-Hotel ein. Die Metzgerei führte Armin Hock, heute sein Sohn Markus.
Mehrfach gab es Brände im Gebäude, welchen erheblichen Schaden anrichteten.

2 Kommentare

  1. Hallo Herr Dieter Hock, Robert Fuchs, Peter Völkel und alle Mitwirkenden, an euerem vorbildlich voll gelungenem Geschichtswerk. Vielen herzlichen Dank, für all eure Mühen mit nun leichter Einsichtsmöglichkeit für jeden Interessierten !!!!!! Und großer Respekt !

    Da meine Mutter Edeltraud Wenzel, früher fleißigstes Lieschen überall in und um die ehemalige Gastherberge „Zum Grünen Baum“, später als eigentümliche Betreiberin Anfang der 1980er Jahre i.d. „Altfränkischen Wein~u. Bierstube“ mit Fremdenzimmer, dann nach immens umfänglichen KomlplettUmbau zum modernen „Hotel~Restaurant FRANKENHOF“ (bitte um eventl. Ergänzung in eurem Archiv) ! Heute bald 87 J. alt und erinnerungsschwach, und dennoch begeistert und zu Recht stolz schwelgend, auf die vergangenen (Arbeits)Jahrzehnte ! Nämlich sehr gerne wüßte sie u.a. genau, wann die beiden ihr bekannten Brände waren (geschätzt etwa 1963 u. 1970) und ob es noch weitere ältere Bilder sowie Texte u. Geschichten vom „Grünen Baum“ drumherum gibt.
    Ich frage euch somit, wo könnte ich selbst in Archiven nachschauen um altes Material zu finden ? Vielleicht habt ihr ja noch Tipps u. ´Links` zum nachschauen und schwelgen. Habt Dank für eure Unterstützung und macht so weiter, mit freundlichem Gruß !

    Antworten
    • Hallo!
      Albin Blatt wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen. Er hat viele Informationen.
      Die Brände waren übrigens am 26.12.1962 und am 14.03.1970

      Mit freundlichen Grüßen
      Robert Fuchs

      Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Sehenswürdigkeiten

Bauernhof Ebert

Bauernhof Ebert

Als 1849 Wendelin Baumann auf die Konzession für sein Gasthaus „Zum Grünen Baum“ (gegenüber) verzichtete, ging die Erlaubnis auf den „Ortsnachbarn“ und Sohn (?) Valentin Baumann über.Nach ihm übernahm Konrad Ebert. Dieser stammte aus Obernau und hatte am 15. Juni 1839...