Hat auf dem Findberg im Mittelalter eine Burg gestanden? Zumindest die Goldbacher Sage „Das Wunderkreuz“ erzählt vom „Fräulein vom Kugelnberg“ und erwähnt einen Ritter vom Haibacher Findberg:
„Veit von Helmenroth, ein junger ehrenhafter Ritter aus der Nachbarschaft (Findburg auf dem Findberg), war dem Burgfräulein verlobt. Nach Beendigung einer Fehde, an der Ritter Veit zur Erfüllung seiner Lehenspflicht teilnehmen musste, sollte die Hochzeit sein. ….“  
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Auf dem Goldbacher Kreuz steht:
1221
Uf fr Velde
blieb hie tod
der Vest Mann
Veit von Helmenroth.
Bitt Gott für sein Seel.
Auf Valentinstag fand hier den Tod
der Burgmann Veit (Valentin) von Helmenroth.

Bemerkung: Statt Helmenroth könnte es auch Helmschroth heißen. Dieser Name taucht nämlich öfter in Urkunden auf. Der Name Helmenroth hingegen ist nirgends genannt. Das fränkische Geschlecht der Helmschroths war noch im 14. Jahrhundert in Würzburg ansässig.
Adalbert von Herrlein, der Aschaffenburger Bürgermeister von 1835 bis 1865, erwähnt in seinem Buch „Der Ringwall auf dem Findberge“ (1884) Steine einer Ringwallanlage auf dem Findberg. Im Buch „Aschaffenburg und seine Umgegend. Ein Handbuch für Fremde; Aschaffenburg, 1857″ stellt er jedoch eine Burg auf dem Findberg in Frage: „Auf dem Gipfel des Findbergs ist nichts zu sehen, als der Rest eines altdeutschen Ringwalls. Von einer Burg zeigt sich keine Spur, selbst jetzt nicht, wo über die Hälfte des Ringwalls und des dazwischen liegenden Landes weggegraben und weggebrochen ist und es sich gewiss hätte zeigen müssen, wenn irgend ein Bau sich darin befunden hätte. Der Name Findberg kommt weder als Burg noch als Geschlechtername vor. Dessen ungeachtet behauptet die Sage, daß eine Burg, die Findburg, auf dem Findberge gestanden, und läßt die Edlen von Helmenroth, ein ganz unbekanntes Geschlecht, darin hausen.  Veit von Helmenroth ist bereits bei den Trümmern des Kugelbergs erwähnt worden; die Sage erzählt aber auch, daß schon im Jahr 1005 Heinrich von Helmenroth mit seiner Gemahlin vom Findberg nach St. Georgen, der jetzigen Pfarrkirche von Keilberg, gewallfahrt sei und hier begraben liege.“

 Die Spessartkarte des Paul Pfinzing von 1594/62 zeigt auch Haibach („Hainbach“), Grünmorsbach („Grinmorsbach“) und Dörrmorsbach („Durmerspach“). Der linke Teil des Findbergs („Finberg“) wird unbewaldet dargestellt. Dies könnte ein Hinweis auf einen bereits in Haibach vorhandenen Steinbruch sein.
Schon 1752 werden in Haibach Steinbruchpächter genannt. 1813 sind Heinrich und Paul Mantel als Steinbrucharbeiter im Findberg benannt. Um die Jahrhundertwende auf 1900 arbeiteten im Findbergsteinbruch zwölf gewerbliche Arbeiter.
Der Bereich Haibach/Gailbach ist mit Gneis-Granit unterbaut. Darauf kommt der rote Buntsandstein, der sich als Baustein eignet, wie man an vielen Haibacher Häusern sieht. Der Findberg war als Steinbruch bis in die 1920-er Jahre aktiv.

Zur Bedeutung des Findbergs für den Bayerischen König Ludwig I. schreibt Alfred Straub im Main Echo am 6.11.1974:
„In den Jahren 1842 bis 1848 ließ König Ludwig I. das pompejanische Haus errichten. ….. Ein weiteres Argument muss wohl der Findberg gewesen sein. Der große Buntsandsteinbuch auf dem Gipfel, der in der Abendsonne rot aufleuchtet, weckte bei König Ludwig den Eindruck des Vesuvkraters.“

Eine Besonderheit:
Bis 1974 war der Findberg größtenteils in Privatbesitz. Eine große Erbengemeinschaft mit über 70 Personen teilte sich den Besitz. Am 12.9.1974 wurden die Einzelstücke versteigert: Haibach und Aschaffenburg erhielten den Zuschlag für 238 000 Mark.

Sage vom Schäfer vom Findberg:
http://hugverein-haibach.info/Rund-um-Haibach/Sagen/Der-Schaefer-vom-Findberg/

Sage vom Veith von Helmenroth (Goldbacher Sage „Das Wunderkreuz“ vom Fräulein von Kugelnberg):
http://www.sagen.at/texte/sagen/deutschland/bayern/spessart/frl_kugelnburg.html

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