Gasthaus „Zur Krone“

Ehemalige Sehenswürdigkeiten

Am 13.7.1871 erhielt Metzger Georg Kilian Hock die erste Konzession für das Wirtshaus. Am 27. September 1872 schaltete er eine Anzeige in der Aschaffenburger Zeitung, in der er für  „Sonntag den 29. September zur Feier des Nachkirchweihfestes Tanzmusik ergebenst einladet“.  1873 wurde ihm ein Antrag auf öffentliche Tanzmusik abgelehnt. Ob der folgende Vorfall Schuld daran war?

Aus der Aschaffenburger Zeitung im Jahr 1873:
** Aschaffenburg, 30. Juni 1873.
Gestern Abend gegen 10 Uhr wurden in der Hock´schen Wirthschaft zu Haibach zwei Knechte, der eine vom Elterhof, der andere vom Dörnhof, als sie im Begriffe waren, nach Hause zu gehen, von drei dortigen Burschen überfallen. Einer derselben stach dem letztgenannten Knechte in den Hals, wobei diesem die Pulsader verletzt wurde, so daß er nach wenigen Minuten eine Leiche waar.  Auch der andere Knecht wurde so übel zugerichtet, daß er nicht mehr vom Platze konnte. Die Thäter sollen bereits ermittelt sein.

** Aschaffenburg, 1. Juli 1873.
Gestern Nachmittag wurden vier Bursche beim hiesigen Landgerichte eingebracht, welche bei der Schlägerei in Haibach betheiligt waren. Einer der geschlossen hierher geführten soll sich bereits in frecher Weise als den Mörder bekannt haben. Es ist dies, wie die anderen 3 auch ein junger Bursche, von 17-18 Jahren, während der bei dem meuchlerischen Überfall todtgebliebene Knecht bereits ein Fünfziger gewesen sein soll. Sein Begleiter, der gleichfalls schwer aber nicht lebensgefährlich verwundet ist, kannte die Namen der Attentäter und ermöglichte so die Festnahme der rohen Gesellen.

** Aschaffenburg, 2. Juli 1873.
Wie man uns mittheilt, fand die Schlägerei in Haibach, bei welcher der Knecht vom Dörnhof erstochen wurde, nicht in der Hock´schen Wirthschaft daselbst, sondern auf der Straße statt.  Auch erfahren wir, daß der Erstochene nach Aussagen der Inhaftirten, die Schlägerei durch Draufschlagen mit einem Prügel begonnen habe und dann erst die Messer ergriffen worden seien.

** Aschaffenburg, 21. Juli 1873.
Drei der Burschen aus Haibach, welche einen Knecht vom Dörnhof erstochen hatten, wurden der Haft entlassen; ein anderer befindet sich noch in Untersuchung.

Ende der 1870er Jahre übernahmen Johann und Christina Hock, die das Gasthaus 1898 modernisierten. Es gab einen bewirtschafteten Garten mit Linden und Kastanien.

1903 übernahmen Eduard und Theresia Hock. Ein Kolonialwarenladen wurde angegliedert, der bis 1965 bestand. Am 26. Mai 1925 war der Saalbau vollendet, eine Genehmigung für das Abhalten von Tanzveranstaltungen wurde erteilt.

1937 übernahmen Benedikt und Emmi Hock, 1966 Hermann und Anne Hock, die 1968 den Saalbetrieb einstellten.

Viele Vereine hatten hier ihren Treffpunkt: Burschenverein, Wanderverein, Musikkapelle Edelweiß, Kaninchenzüchter, Mandolinenfreunde, Sportverein Alemannia und die Sängervereinigung. In den 1970er Jahren waren auch 2 Betten in einem Fremdenzimmer vorhanden.

1977 übergab Hermann Hock an die jugoslawische Familie Macek, letzter Pächter war Familie Nitti bis zum Jahr 2000.

Das Gebäude wurde 2001 abgerissen, die Raiffeisen-Volksbank Aschaffenburg hat auf dem Platz eine Geschäftsstelle gebaut. 2003 wurden die Bankräume in die heutige Form gebracht.

Vorher hatte die Bank schon das Haus der Familie Difour erworben und 1959 eine Geschäftsstelle mit einem Warenlager errichtet. 1973 wurde dieses Haus erweitert. 1983 wurde die Geschäftsstelle neu gestaltet.

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