Der Welzbach im Kühruhgraben

In der Natur, Sehenswert

Der Welzbach im Kühruhgraben 
Quelle: Am Büchelberg. UTM 32U 513305, 5534937
Quellhöhe: 231 m ü. NHN
Abfluss: früher natürlicher Abfluss: Aschaff → Main → Rhein → Nordsee
heute: Im Hannerwackersee in den Röderbach → Ohmbach → (Löhergraben) → Main → Rhein → Nordsee
oder: Wermbach → (Löhergraben) → Main → Rhein → Nordsee
Mündung: in Aschaffenburg in den Röderbach (im Hannewackersee in der Großmutterwiese), 32U 511378, 5536107
Der Abfluss des Hannewackersees wird dem kanalisierten Röderbach zugeführt, mit ihm folgt die alte Mündung in den Main
UTM 32U 510057, 5535934
oder über den Löhergraben in den Main 32U 510144, 5535500

 Verlauf heute
Der Welzbach im Kühruhgraben hat mehrere Quellen im Bereich Büchelberg, Godelsberg und Wendelberg. Eine Quelle befindet sich im Westen von Haibach am Wendelberg. Der Welzbach im Kühruhgraben fließt zunächst nach Südwesten und nimmt den Hechelsgraben (von rechts) auf. Der Hechelsgraben entspringt dem Hirtenbrunnen (Haibacher Straße „Hirtenborn“) in Haibach.
Ein weiterer Quellzufluss befindet sich am Hang des Godelsberges, auf dem Grundstück des in den 1930er Jahren betriebenen Luft- und Sonnen- und Kneippbades des damaligen Vereins für Gesundheitspflege (heute Naturheilverein und allgemeiner Sportverein Aschaffenburg 1902 e.V.). Zwei weitere sind am Hang des Büchelberges.
Der Welzbach verläuft Richtung Nordwesten in die Innenstadt von Aschaffenburg. Teilweise verrohrt fließt er an der TV-Turnhalle vorbei zur Ringstraße. An der Großmutterwiese wird das Wasser des Kühruhgrabens zum Hannewackersee (Hannewackel-Dudel-See) geleitet und dem kanalisierten linken Arm des Röderbaches zugeführt. Mit ihm fließt er zum Schöntalsee.

Verlauf früher
Im ehemals natürlichen Zustand floss der Welzbach im Kühruhgraben zum Hannewackersee und dann nach Norden am Auhof vorbei zur Pfaffenmühle und Schneidmühle nach Damm und mündete dort in die Aschaff.

 Der Welzbach / Wermbach und seine Bedeutung für die Stadt Aschaffenburg
Der Welzbach floss etwa in Richtung der heutigen Goethestraße zum ‚Sand‘ (heutige Sandkirche), wo noch weitere Quellen hinzukamen. Dann ging es durch die Gärten, die um die heutige Sandgasse lagen, bis etwa zum Beginn der Erbsengasse. Hier wandte sich der Bach südwärts und erreichte am ehemaligen Herrenhaus des Schönborner Hofes den Löhergraben, der ihn zum Main ableitete.
Als im 13. und 14. Jahrhundert die Vorstadt nördlich und östlich der Schmiedgasse (heutige Sandgasse vom Scharfen Eck bis Einmündung Erbsengasse) stark anwuchs, so dass auch die Tore weiter hinausgerückt werden mussten, bis zu der Stelle, wo sie zuletzt standen, als ferner Pfahlwerk und Gräben die neue Vorstadt umgaben, da brauchte man auch Wasser, um diese Stadtgräben zu füllen. Der Welzbach wurde jetzt zirka 30 Schritte vor dem Sandtor in den tiefen Graben geleitet, der dort quer über die Straße in Richtung auf die Einmündung der heutigen Alexandrastraße zog und durch eine Zugbrücke überschritten werden musste. Dann lief der Bach in diesem Stadtgraben weiter gegen das Wermbachtor. Von hier ging es nun längs der Brustwehre gegen die Löherpforte zu; jetzt nicht mehr Welzbach, sondern seit dem Jahr 1560 nach dem Wehre (Were) Werenbach oder Wermbach genannt.

Doch durfte er hier durch den Löhergraben noch nicht den kürzesten Weg zum Main nehmen. Die Fischergasse sollte aus der neuen Befestigung nicht ausgeschlossen werden und deshalb leitete man durch eine Schleuse, wo das Schlachthaus stand, den Bach und den Graben auf der Höhe der ‚Beune‘ weiter, so dass er die Fischergasse mit umschloss. Dieser Teil war wohl die schwächste Stelle der Befestigung und man sicherte sie am Anfang und am Ende durch feste Wachthäuser, die auf den Schanzen gegen die Stadtseite des Grabens erbaut wurden.
Durch Gussregen recht angeschwollen, scheint der Welzbach oft ein wilder Bursche gewesen zu sein, der die Zugbrückenwehre vor dem Sandtor zerstörte, weshalb Kurfürst Theoderich zum Schutze gegen solche Zerstörungen abseits vom Sandtor eine Dole und einen Einlass schuf, wodurch der Welzbach unterirdisch in den Stadtgraben (Zwinger) geleitet wurde. 1752 wurde dieser Teil des Stadtgrabens an der neuen Sandkirche überwölbt und im Jahre 1802 auch der Teil zwischen Sandtor und der Wermbachpforte.
Bei einer großen Überschwemmung im Jahre 1766 fand der Welzbach noch einmal seinen alten ursprünglichen Weg durch die Sandgasse, wo er Keller und Stuben mit Schlamm und Wasser füllte. Dann lief er durch das Tor hinein in den 1680 erbauten Schönborner Hof. Da das untere Tor verschlossen war, schwoll er zum hohen Teiche an, bis ein ‚Holländer‘-Baumstamm das Tor einstieß und sich nun die Wassermassen den Graben hinunterstürzten.
Als im Jahr 1811 ein Wolkenbruch am Godelsberg fiel, floss alles Wasser rasch ab. Im Schlachthaus im unteren Löhrgraben allerdings richtete es Unheil an. Hier befand sich nämlich eine Schleuse aus Eichenholz, durch welche das Wasser gestaut wurde und die täglich zweimal hochgezogen wurde, um das sich ansammelnde Blut in den Main zu schwemmen und. Da das Wasser zu rasch gekommen war stieg die Flut über 4 Meter hoch. Und ein dreizehnjähriger Knabe namens Ziegler, der hineingefallen war, wäre sicher ertrunken, wenn nicht der Fischer Wilhelm Haus ihn dem Wasser entrissen hätte.

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