Im Jahr 1844 Jahren wurde das „Haibacher Hohe Kreuz“ aufgerichtet. Damals stand es noch weit außerhalb des Ortes. Warum das über 3 Meter hohe Sandsteinkreuz damals gebaut worden ist, erklären mehrere Quellen.

In einer Quelle (Aschaffenburger Zeitung vom 23.4.1912) ist als Erbauer der Aschaffenburger Pflasterermeister und Landwirt Adam Kipp (1789–1851) benannt: „Adam Kipp, ein Mann tatkräftigen Verschönerungssinnes ließ das Kreuz, laut der auf demselben befindlichen Jahreszahl 1844 neu errichten.“ Kipp errichtete auch 1839 mit Unterstützung des Stadtmagistrats ein Weinberghäuschen im Stil einer Burgruine, die „Kippenburg“.

Ebenfalls aus dem Jahr 1912 stammt ein Artikel aus der Aschaffenburger Zeitung, in dem der Bau „einem Kreis fideler Junggesellen, die nicht zu den mürrischen, weiberscheuen Hagestolzen gehörten“ zugesprochen wird. Diese Junggesellen sind dem Artikel nach gern nach Haibach gekommen. Grund: „Der edle Haibacher Rebensaft hatte es ihnen angetan.“ Bei einer Rast auf dem Heimweg genossen sie den Ausblick auf die Stadt und beschlossen, „sich hier durch Aufstellung eines Kreuzes zu verewigen.“ Das Kreuz hat einen wunderbaren Anblick auf die Stadt gewährt, nachdem damals die Höhe völlig unbewaldet war.

Diese Begründung für den Bau stützt auch ein Gedicht des Haibacher Heimatdichters August Albert (1870 bis 1946) aus dem Jahr 1928:
„Des Kreiz es erricht worn vun Aschebercher Herrn,
die son immer naus uff Hawisch gern.
Un wäll mä do hott sou e schäini Aussicht,
do hon se des Houche Kreiz do erricht.
Es eß do also nex passiert,
es eß blous mit dem Kreiz de Hügel geziert“.

Eine weitere Quelle in der der Monatszeitschrift „Mainfranken“ des Spessartbundes aus dem Jahr 1936, erschienen zum Bundesfest in Haibach, erklärt es ebenso: „Es verdankt seine Errichtung keiner besonderen Ursache. Drei Aschaffenburger Geschäftsleute wollten lediglich diesen idyllischen Ort, dem ein wundervolles Felsenmeer vorgelagert ist, durch ein religiöses Symbol krönen“.

Andere Quellen nennen den Aschaffenburger Bürgermeister Adalbert von Herrlein (Bürgermeister von 1835 bis 1864) als Initiator. In seiner Zeit als Bürgermeister forcierte er die Verschönerung von Fasanerie, Godelsberg und Büchelberg als Ausflugsziele der Aschaffenburger. So war der Büchelberg mit seinem Blick über die Stadt Ausflugsziel und Festplatz, 1840 wurde ein Häuschen errichtet und aus Anlass des Geburtstags der bayerischen Königin Therese (1792-1854) ein Fest der Bürger und des Hofstaats gefeiert. Das eigentliche Büchelberghaus, von dem heute noch die Treppe zu sehen ist, ließ der Verschönerungsverein 1891 bauen.
Herrlein wird in der Haibacher Chronik von 1987 als der Erbauer des Kreuzes benannt: „Er bewunderte die landschaftliche Schönheit des Waldgebietes so sehr, dass er hier einen Aussichtspunkt schuf, von dem er einen geruhsamen Blick auf seine Stadt hatte.“

Das Hohe Kreuz steht unter Denkmalschutz: D-6-71-124-16 Hügelanlage mit „Hohem Kreuz“, Rotsandstein, 1844.

Station des Kulturweges „Ritter, Fürst und Wellekipper“

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