Hier steht wohl das älteste Zeugnis der Grünmorsbacher Geschichte.

GOT ZV EHR
EN HAT GORG
MITTERNACHT
DIESEN BILDT
STOCK AVFRICH
TEN LASSEN
ANNO 1620

 So lautet die Aufschrift. Darunter sind die Konturen eines nicht definierten Wappens.

Die rechteckige Sandsteinsäule, die auf einer Grundplatte fixiert ist, ist im unteren Viertel als Sockel mit größerem Querschnitt gearbeitet. Auf dem Schaft ist die oben erwähnte Inschrift eingeschlagen. Unter dieser Inschrift findet sich die Kontur eines nicht mehr nachweisbaren Wappens. Oberhalb der Inschrift ist im Kopf des Bildstockes eine Nische mit einem Kruzifix als Relief herausgearbeitet worden. Der Schaft endet mit einer geschwungenen Dachform über der Nische, auf der früher wahrscheinlich ein Kreuz den oberen Abschluss gebildet hat.

Neben dem Standort des Bildstocks führte die Alte Post- und Handelsstraße vorbei. Als uralte Verkehrsverbindung verknüpfte die „Via Publica“ oder auch »cursus publicus« die Städte Brüssel und Prag.

Dieser Weg führte an den damaligen Orten Haibach und Grünmorsbach vorbei. Von Aschaffenburg kommend, die Engelswiesen durchquerend, verlief er auf der Trasse des heutigen Bessenbacher Weges. Über die Büchelbergstraße, Hauptstraße und Winzenhohler Straße kam man am »Dreimärker« (Gemarkung Haibach, Grünmorsbach und Straßbessenbach) vorbei und erreichte durch den Hohlweg zwischen den Fluren »Bernhardsacker« und »Salzlacke« die Straßbessenbacher Hohle und die dortige Relaisstation Bessenbach.

Bereits in der Frankenkarte von Sebastian Rotenhahn aus dem Jahre 1533 ist diese Postverbindung eingezeichnet und somit dokumentiert.

 

Der Bildstock steht unter Denkmalschutz. (D-6-71-124-12 Bildstock, gefaster Vierkantsockel mit Aufsatz, flache Nische mit Kruzifix, Inschrift, bez. 1620.)

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Sehenswürdigkeiten

Dorfschmiede

Dorfschmiede

Im Jahr 1779 erhält Adam Wenzel als erster eine Schmiede-Konzession. Ihm folgte sein Sohn Johann, dann 1864 Georg Albert und 1872 Fabian Wenzel. Benedikt Hubert stellt weitere Schmiede in seinem Gedicht „Handel – Wandel – Handwerk“ vor: „De' Schmied, des war de'...

Haus der „Russe-Olga“

Haus der „Russe-Olga“

Thomas Elbert hat nach dem Weltkrieg im Jahr 1920 in Russland seine Frau Olga, geb. Bernd geheiratet und kam mit ihr nach Haibach zurück. Zuerst wohnten sie in der Fischergasse, 1952 bauten sie das Häuschen in der Haibacher Schweiz. An der „Olga-Quelle“ musste das...