Der Bildstock stand ursprünglich auf Gailbacher Gemarkung und findet sich deshalb auch in der Denkmalliste der Stadt Aschaffenburg.
Er wurde im Zuge der Straßenneubauten der Ortsverbindungsstraße nach Dörrmorsbach mehrfach versetzt. Aktuell steht er genau an der Grenze zur Gemarkung Grünmorsbach.

1978 wurde er beim Bau der ersten Ortsverbindungsstraße auf die Dörrmorsbacher Seite versetzt. Bei der Erneuerung der Ortsverbindungsstraße in den späten 2010er Jahren hat man den Bildstock entfernt, eingelagert, restauriert und 2021 auf die Grenze zur Grünmorsbacher Gemarkung aufgestellt. Eigentlich war das Ansinnen der Verwaltung, den Bildstock auf Dörrmorsbacher Gemarkung – zwischen zwei bereits gepflanzten Bäumen – zu platzieren, was an der Eingabe des ehemaligen Grünmorsbacher Gemeinderates Theo Fuchs scheiterte. Grund: Sein Vater, Johann Fuchs, habe sich schon immer um den Bildstock gekümmert.

Über den Anlass und das Jahr der Errichtung sowie den Stifter ist nichts bekannt. Der Überlieferung nach haben ihn die Arbeiter des Steinbruchs im Kaiselsberg erstellt.

Eine Sage erzählt:
Eines Tages ging der Schuster Fischer von Dörrmorsbach nachts nach Hause. Als er sich der Kreuzung näherte, sah er eine weiße Gestalt. Die kam auf ihn zu, sprang ihm auf den Rücken und peinigte ihn so lange bis er versprach, ein neues Bildstöckchen zu errichten. Sein Versprechen hat er dann auch gehalten.

Der Vierkant-Bildstock ist aus rotem Sandstein (wohl aus dem Kaiselsberg) gefertigt. Besonders interessant ist die Anordnung der Nischen. Während bei den meisten Bildstöcken nur eine Nische an der Vorderseite vorhanden ist, sind hier Vertiefungen an drei Seiten. Ursprünglich zeigten sie zu den angrenzenden Gemarkungen von Grünmorsbach, Dörrmorsbach und Gailbach.
In den jeweiligen Giebeldreiecken ist eine Rosette erhaben herausgearbeitet. Die Inschrift „Maria hilf“ passt sich mit ihrer Schriftart dem schmalen Stein an.
Der neue Sockel wurde von Steinmetz- und Bildhauermeister Harald Rosenberger (Mömbris/Haibach) erstellt. Damit der Unterschied zum Originalbildstock deutlich wird, ist die Inschrift „Ren-ovi-ert AD (Anno Domini) 2020 in einer anderen Schriftart gehalten. 

 

Ergänzend ist zu erwähnen, dass Joachim Schmidt in seinem Buch „Bildstöcke, Feldkreuze, Flurdenkmale im Landkreis Aschaffenburg“ 1988, Seite 206, diesen Bildstock der Gemarkung Dörrmorsbach, an der Blumenstraße im Haberfeld zugeordnet hat.

Der Bildstock ist in die Denkmalliste der Stadt Aschaffenburg eingetragen: Vierkantschaft mit häuschenähnlichem Aufsatz mit Giebelchen und drei Nischen, Sandstein, 19. Jahrhundert, Kaiselberg, im Haberfeld, an der Blumenstraße, D-6-71-124-8 (Gemeindegrenze zu Haibach, deshalb Haibacher Nummer)

 Sage: http://hugverein-haibach.info/Rund-um-Haibach/Sagen/Das-Bildstoeckchen/

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