Die „Drei Kreuze“ sind ein besonderes lokales Wahrzeichen Haibachs. Sie finden sich auch als Symbol im Wappen der Gemeinde wieder.

1627 wurden im Verzeichnis der Fluren (Weisthum der Gemeinde) schon drei Kreuze erwähnt. Später stand nur noch ein verwittertes Sühnekreuz (heutiges Kreuz in der Mitte) an diesem Platz. Ursprung und Anlass der Aufstellung sind nicht überliefert. („Sühnekreuz“ oder „Mordkreuz“ ist die Bezeichnung für ein steinernes Flurkreuz, das zur Sühne für einen begangenen Mord oder Totschlag errichtet wurde. Sühnekreuze standen meist an Wegen und Wegkreuzungen. Auf einigen Steinkreuzen sind Waffen eingeritzt, möglicherweise die Tatwaffen.)
Die Bevölkerung verknüpfte bald die Sage vom „Ritter von Heydebach und den drei Kreuzen“ mit diesem Ort. Durch die Sage und vom Wanderverein angeregt, ließ die Gemeinde neben dem alten Kreuz 1954 zwei neue Kreuze errichten.  Die drei Kreuze symbolisieren den Ritter von Heydebach und die beiden um ihn ringenden Frauen.

Die Sage erzählt: „Der edle Junker Ritter Reiner von Heydebach, der auf der Ketzelburg wohnte, hatte ein Auge auf die Töchter von zwei seiner Hintersassen geworfen. Nachdem er bei der einen nicht schnell genug zum Ziel kam, wandte er sich der anderen zu. Es kam zu einer heftigen Eifersuchtsszene zwischen den beiden Mädchen. Man fand sie schließlich eng umschlungen und blutüberströmt. Ihre Hände umkrampften noch die Sicheln, mit denen sie sich gegenseitig getötet hatten. Dem Ritter konnten zwar keine Beweise für eine Mitschuld angelastet werden, dennoch setzten ihm die moralische Schuld und die Ansetzung eines Gottesurteils so zu, dass er zur Buße ins Heilige Land nach Jerusalem pilgerte. Seine Burg in Haibach wurde abgebrochen, nachdem sie an das Stift St. Peter und Alexander gefallen war. Für die Mädchen wurden zwei Kreuze gesetzt. Nachdem einige Jahre vergangen waren, fand man eines Morgens einen Pilger mit schneeweißen Haaren zwischen den Kreuzen liegend. Es war der gealterte und gebrochene Junker, der an der Stätte des Unheils sein Leben aushauchte. Für ihn wurde ein drittes Kreuz errichtet.“

Die drei Kreuze stehen unter Denkmalschutz: D-6-71-124-6 Drei Gedenkkreuze, gefaste Kreuzesarme, Sandstein;

Station des Kulturweges „Ritter, Fürst und Wellekipper“

Der Spielplatz neben den Kreuzen ist ein sehr beliebter Treffpunkt.

 

Zur Sage: http://hugverein-haibach.info/Rund-um-Haibach/Sagen/Junker-Reiner-von-Heydebach-und-die-drei-Kreuze/

Historische Ansicht der Drei Kreuze

Historische Ansicht

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