Zwischen 1792 und 1815 befand sich Frankreich gegen wechselnde Koalitionen mehrerer europäischer Großmächte im Krieg. Anlass für diesen kriegerischen Dauerkonflikt war die Französische Revolution, die in Frankreich die Ideale von Menschenrechten, Freiheit und Nation durchgesetzt hatte. Europas Monarchien fühlten sich von diesen Ereignissen bedroht und verbündeten sich gegen die französische Armee, die durch General Napoleon Bonaparte große Teile Europas eroberte. Nach 1792 wurde Mainz im Jahr 1794 erneut von den Franzosen besetzt. Erneut flüchtete Kurfürst und Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal nach Aschaffenburg. Damit wurde Aschaffenburg (bis 1802) zur einzigen Residenz der Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz. Alle Regierungsstellen und das Domkapitel waren in Aschaffenburg.

In den napoleonischen Kriegen zog nach der Niederlage bei Würzburg ein französisches Heer 1796 durch den Spessart und richtete erhebliche Verwüstungen an. Ein Überfall bei Heigenbrücken ist nicht bezeugt, doch wurden nach 1796 Darstellungen veröffentlicht, in denen Spessartbauern französische Soldaten oder Verwaltungsbeamte überfallen. Der Aschaffenburger Offizier und Dichter Franz-Joseph Sibin schuf ein Lied, in dem es um die Flucht der Franzosen im Jahr 1796 ging. Kurz nach 1796 entstand der Kupferstich mit dem Titel „Aufständische Spessartbauern überfallen einen französischen Kommisär“. (Kulturweg Heigenbrücken)

Im September 1796 rückte die kaiserliche Armee durch den Spessart gegen die Franzosen vor. Dabei trat der Waldaschaffer Revierförster Peter Albert in die Reihen der Kaiserlichen ein und „nahm Teil an der Affaire bei Haibach“. Mit Tiroler Scharfschützen gelang es ihm „durch diese Diversion (Angriff von der Seite) den Feind zum schellen Rückzug zu nöthigen“. (aus „Geschichte von Aschaffenburg und dem Spessart, Behlen/Merkel 1843)

Dieser genannten „Affaire“ verdankt der Haibacher „Franzosenbuckel“ zwischen Aschaffenburger Straße und Spessartblick seinen Namen.

 Eine mündlich überlieferte Geschichte aus dieser Zeit:

Die Franzosen wurden von den Spessartern verjagt. Zwei von ihnen kamen in die Nähe Haibachs, wo sie von Einheimischen angegriffen wurden. Einer der Franzosen wurde hier erschlagen. Der andere wurde am „Kellerbrünnchen“ eingeholt und ebenfalls erschlagen. Der Täter kam aus Haibach und wurde nach der Tat in seiner Gemeinde „verfemt“ (geächtet).

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