Zweites Grünmorsbacher Schulhaus:

Erbaut wurde das zweite Grünmorsbacher Schulhaus im Jahre 1906/07 nach Plänen des berühmten Mainzer Architekten Ludwig Becker, der weit über 300 Kirchenbauten im mitteldeutschen Raum geplant hat und seinem Partner Adolf Scholl in Aschaffenburg.

Das Haus wurde mit zwei Schulsälen und zwei Lehrerwohnungen errichtet. Im Schulhaus waren zusätzlich ein Kaplaneizimmer und ein Gemeindezimmer als Büro des Bürgermeisters und seiner Angestellten sowie ein Raum für die örtliche Obstkelter. Einweihung war am 18. November 1907. Hierzu schreibt Hauptlehrer Josef Maximilian Feineis: „Schulhaus ganz neu, ein Denkmal hochherziger Fürsorge, wohlwollender Unterstützung, opferwilligen Gemeinsinnes, kunstsinniger Tüchtigkeit.“
Während und nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Schulhaus für Heimatvertriebene frei gemacht. Nach dem Einmarsch der Amerikaner wurde das Schulhaus besetzt und als Lazarett, Unterkunft für Soldaten, als Kriegsgefangenenlager und Sammelunterkunft für Flüchtlinge verwendet.
Erst am 17. September 1945 konnte wieder Unterricht in der Schule stattfinden, jedoch war das Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass umfangreiche Renovierungsmaßnahmen notwendig wurden. Anfang Januar 1949 kam es zum Einsturz der Kellerdecke, was eine provisorische Abstützung nach sich zog. Durch diese Abstützungsmaßnahmen waren allerdings der Grünmorsbacher Feuerwehr alle Hände gebunden: Sie konnten ihre Gerätschaften nicht mehr aus der Garage holen.
Das mittlerweile zu klein gewordene Schulhaus zwang die Lehrer zu Schichtunterricht. So wurde ein Anbau gebaut und am 10. März 1962 mit zwei neuen Schulsälen, Sanitärräumen, Werk- und Filmraum eingeweiht.

1969 wurde die Volksschule Grünmorsbach in die Verbandsschule Haibach integriert. Die Hauptschüler wurden ab September 1969 in Haibach unterrichtet. Die Grünmorsbacher Kinder in den Grundschulklassen 1 bis 4 werden in der  Außenstelle der Grundschule Haibach hier weiter unterrichtet.

Das Schulhaus steht unter Denkmalschutz. (D-6-71-124-13 Schulhaus, dreigeschossiger Halbwalmdachbau aus unverputzten Sandsteinquadern, Jugendstil, um 1905.)

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