Das Haus wurde vor 1837 von der Familie Ranft erbaut und kam 1862 in das Eigentum der Familie Peter Wenzel. Zu dieser Zeit wurde die Gemeinde gesetzlich verpflichtet, ein eigenes Schulhaus zu errichten, weil mehr als 50 Schüler im Ort waren (51 Werktags- und 26 Sonntagsschüler). So kaufte die Gemeinde Grünmorsbach das Haus und richtete darin das erstes Grünmorsbacher Schulhaus ein. Zusätzlich musste ein „Abtrittanbau“ und eine Holzhalle angebaut werden. Am 1. November 1863 öffnete Lehrer Josef Hammer das erste Mal die Schultür. 1880 wurde die Gemeinde verpflichtet, für die neue „Löschmaschine“ einen Anbau an das Schulhaus zu errichten. 1890 wurde ein eigener Brunnen im Schulhof gebaut, der auch die Nachbarn mit Wasser versorgte.

In einer extra errichteten „Laterne“ auf dem Dach des Schulhauses hing von 1863 bis 1899 das älteste Grünmorsbacher Kulturgut, die 1793 von Franz Ponchon in Aschaffenburg gegossene Glocke, gestiftet vom damaligen Bürgermeister Michael Arnold. Diese Glocke hing vorher beim Bürgermeister und diente zum Morgen-, Mittag- und Abendläuten. Auch wurde sie als Sturmglocke (Funktion einer heutigen Sirene) und zu Einladungen für Gemeindeversammlungen benutzt. Nach dem Neubau der Kirche 1899, welche mit Glocken ausgestattet war, wurde die Arnold-Glocke in den Glockenturm der Kirche abgestellt und kam in beiden Weltkriegen als „Ur- und Uhrglocke“ zum Einsatz, als die großen Glocken zu Kriegszwecken abgeliefert werden mussten. Heute hängt sie im Friedhof und begleitet die Verstorbenen auf ihrem letzten Gang.

Ab 1906, nach dem Bau der „neuen“ Schule, kam das Haus in den Besitz der Familie David Schrott. Tochter Anneliese bewohnte das Haus bis zu ihrem Tod im Jahr 2008. Dem Antrag des Heimat- und Geschichtsvereins, danach das Haus in den Besitz der Gemeinde zu nehmen, entsprach der Gemeinderat nicht.

Seit 2009 gehört das Haus der Familie Dieter Seitz und wird als privates Wohnhaus mit mehreren Mietwohnungen genutzt. Familie Seitz schaffte es nach schwierigen Umbaumaßnahmen nicht nur, die Substanz zu erhalten, sondern hat dem Haus auch seine äußerliche Wirkung belassen, so dass das Ensemble mit der Kirche, dem Kriegerdenkmal mit dem Flurkreuz und dem Schulhaus gesichert wurde. Der westliche Nachbar Roth hat zudem sein Haus so saniert, dass es das Ensemble um einen wesentlichen Beitrag bereichert.

Das erste Schulhaus steht unter Denkmalschutz. D-6-71-124-2  Ehem. Schulhaus, zweigeschossiger Halbwalmdachbau, Rotsandstein, 2. Hälfte 18. Jh., 1863 zu Schulhaus verändert.

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